AnimagiC 2012

Wie ich ja bereits in einem früheren Beitrag erwähnt habe, war ich dieses Jahr auf der AnimagiC, die vom 27.Juli – 29.Juli in der Beethovenhalle in Bonn stattgefunden hat. Begleitet hat mich meine beste Freundin Ellen. Geplant haben wir das schon seit einem Jahr und ich hatte mich schon lange darauf gefreut. Drei Tage nur Mangas und Animes. Und so war es dann natürlich auch. Aber ich fange mal am Anfang an:

Ticketkauf

Der Ticketkauf funktioniert hier ein wenig anders als mir von anderen Veranstaltungen bekannt ist. Man geht nicht einfach in einen Event-Ticket-Shop seiner Wahl und bekommt dann die Tickets direkt ausgehändigt. Man muss die Tickets direkt beim Veranstalter bestellen. Am einfachsten geht das über die Homepage. Aber man kann sich auch ein Bestellformular besorgen und per Fax oder per Post verschicken.

Bestellformulare liegen frühzeitig der Zeitschrift AnimaniA bei, die Veranstalter ist. Ich empfehle allerdings den Kauf über die Webseite, wenn man dazu die Möglichkeit hat. Denn hier sieht man direkt, ob das gewünschte Ticket noch verfügbar ist. Bei Bestellungen per Post muss man auf eine schriftliche Bestätigung warten. Und soweit ich gehört habe, muss man schon bei der Bestellung einen Verrechnungsscheck mitschicken. Da besteht dann natürlich die Gefahr, dass der Scheck eingelöst wird, man aber kein Ticket bekommt. Natürlich will ich dem Veranstalter hier keine böse Absicht unterstellen. Aber mir persönlich wäre hier das Risiko einfach zu groß. Ich habe daher mein Drei-Tages-Ticket über die Homepage bestellt. Vorkasse ist auch hier Pflicht. Jedoch weis ich hier direkt, ob ich ein Ticket bekommen kann. Man kann auf verschiedene Arten bezahlen. Hier habe ich mich für Paypal entschieden, da ich hier immer noch einen Käuferschutz habe, auch wenn es Vorkasse ist. Man muss nur innerhalb von 45 Tagen reklamieren. Bestellt man also nicht allzu früh, hat man hier sehr gute Chancen, sein Geld zurück zu bekommen, wenn man kein Ticket erhalten sollte. Hier sei nochmal gesagt, dass ich dem Veranstalter keine böse Absicht unterstellen will. Aber Sachen, die per Post verschickt werden, können nun auchmal verloren gehen. Und mit Paypal hab ich einfach nochmal eine gewisse Sicherheit. Die Bestellbestätigung und die Zahlungsbestätigung habe ich sehr schnell, vermutlich automatisiert erhalten. Die Karten werden allerdings nicht direkt nach Zahlungseingang, sondern erst etwa 2-3 Wochen vor der AnimagiC verschickt. Sollte die Karte wirklich nicht zum genannten Zeitpunkt ankommen, kann man sich an den Veranstalter werden. Meine kam zum Glück pünktlich am ersten Tag des genannten Versandzeitraums. Ich habe aber gehört, dass es da schonmal Verluste auf dem Postweg gegeben hat. Aber das hat sich wohl sehr schnell geklärt und es wurde eine neue Karte verschickt. Der Veranstalter soll da sehr entgegenkommend sein.

Armbandausgabe

Was man als „Ticket“ zugeschickt bekommt, ist aber nicht die eigentliche Eintrittskarte. Es ist mehr ein Abholausweis. Freitags ab 09:00 kann man ein Armband abholen, welches einem zum Betreten des Geländes berechtigt. Dazu sollte man wissen, dass es zwei Schlangen am Eingang gibt. Eine Verkaufsschlange, wo man noch Tickets, die vorher nicht im Vorverkauf verkauft wurden, erstehen kann. Und eine Ausgabeschlange, in der wir uns anstellen mußten. Da wir zum ersten mal da waren, standen wir natürlich in der falschen Schlange. Die Verkaufsschlange ist nämlich die lange Schlange, die sich schon die Straße entlang „geschlängelt“ hat. Die Ausgabeschlange war sehr kurz. Keine 10 Minuten standen wir an. Immerhin waren 6 Leute beschäftigt, die Abholausweise zu kontrollieren und die Armbänder anzulegen. Da geht das sehr schnell.

Programm

Das Programm bestand aus Anime-Vorführungen, Musik-Veranstaltungen, Vorführungen und mehr. Für jeden Geschmack war eigentlich etwas dabei. Freitag abends gibt es dann die große Eröffnungs-Gala, auf der auch alle Ehrengäste vorgestellt werden.
Folgende Programmpunkte haben wir uns angetan:

  • Blue Exorcist (ersten beiden Folgen der Anime)
  • Synchro-Workshop (zum Mitmachen oder nur zugucken, sehr witzig und auch sehr interessant)
  • Eröffnungsfeier (für Freitagsbesucher ein absolutes Muss am Freitag abend!)
  • Children who chase lost voices (wirklich netter Anime-Film; ich glaub, den werde ich mir in naher Zukunft kaufen)
  • Siegerehrung des Cosplaywettbewerbs (leider haben wir die Wettbewerbe nicht geschafft; zuviele Sachen, die hier parallel laufen)
  • Deutsche Cosplaymeisterschaft (ich hatte mir ein wenig mehr darunter vorgestellt, war aber trotzdem interessant sowas mal zu sehen)

Bilder

Leider steht in den Regeln der AnimagiC, dass man kein Bilder im Internet oder sonstwo veröffentlichen darf. Hierzu bedarf es einer speziellen Genehmigung, die man als Otto-Normal-Besucher natürlich nicht bekommt. Daher kann ich hier lediglich meine Einkäufe aus dem „Bring & Buy“ und vom Händlerraum zeigen:

Manga-Beute

Manga-Beute

Rund 200 Euro hab ich in neue Mangas investiert. Alles gebrauchte, aber sehr gut erhaltene Mangas, die es zum Großteil nicht mehr zu kaufen gibt. Hier geht nochmal mein Dank an meine Freundin Ellen, die mir beim Schleppen geholfen hat. Gerade die 32 Bände von „3×3 Augen“ wurden sehr schnell sehr schwer.

Und ein Plüschie mußte ich mir auch mal gönnen. Davon gab es auch reichlich bei den Händlerständen. Alle zum liebhaben und knuddeln. Aber dieser Kerl hat es mir besonders angetan. Der schrie mich förmlich an, dass ich ihn kaufen soll. Und für 25 Euro war er einer der günstigeren. Immerhin ist er rund 30 cm groß. Zum Vergleich, für 30 Euro hätte ich einen nichtmal 10 cm großen Totorro bekommen. Ja, die Preise waren hier teilweise recht unverschämt. Daher hab ich da auch nicht weiter geguckt, sondern nur bei den Mangas zum halben Preis. Da kann man nicht viel falsch machen 😉

Mokona-Plüschie

Mokona-Plüschie

Cosplayer

Natürlich gab es auf der AnimagiC reichlich Cosplayer. Ich bin mir aber auch hier nicht sicher, ob ich davon Bilder zeigen darf. Einige davon hab ich nämlich auch außerhalb des AnimagiC-Geländes gemacht, sodass die Regeln der AnimagiC hier nicht greifen dürften. Aber ich will hier lieber nichts riskieren. Aber es sei gesagt, dass ich auf diesem Gebiet sehr viele Fotos für meine Sammlung gemacht habe. Viele Cosplayer, die selbst wohl keine Eintrittskarte hatten, haben sich unten am Rhein (nur wenige Gehminuten vom Eingang entfernt) getroffen und dort für Bilder mit teilweise malerischen Hintergrund posiert. Es waren auch wirklich viele schöne Kostüme dabei. Die meisten habe ich natürlich gar nicht erkannt. Da merkt man mal wieder, wie wenig Mangas man doch im Gesamtverhältnis wirklich kennt. Aber davon lasse ich mich nicht abschrecken. Schließlich kann man nicht alles kennen. Und neuen Lesestoff habe ich ja jetzt wieder, sodass ich nächstes Jahr vielleicht ein paar mehr erkenne 😉

Fazit

Jeder Manga- und/oder Anime-Fan sollte einmal auf der AnimagiC gewesen sein. Ich habe mittlerweile Kritiken gelesen, die meinen, dass es früher besser gewesen wäre, dass das Programm in den Jahren nachgelassen hat. Das kann ich natürlich nicht beurteilen, da ich zum ersten mal dort war. Aber wenn das wirklich eine der schlechtesten AnimagiC der letzten Jahre war, dann müssen das ja Hammer-Veranstaltungen gewesen sein. Denn ich bin sehr beeindruckt von allem gewesen. Und auch die drei Tage waren fast schon zu knapp, um alles mitzunehmen, was man gerne gemacht hätte. Wir hatten so schon drei Tage volles Programm. Hätten wir nur 2 oder gar nur einen Tag gemacht, hätten wir auf jeden Fall etwas verpaßt. Aber wie gesagt, wir waren zum ersten mal dort und daher unvoreingenommen. Wir haben auch eigentlich keine besonderen Erwartungen gehabt. Wir wollten es uns einfach mal anschauen und eine schöne Zeit verbringen. Und das ist uns definitiv gelungen. Denn obwohl ich ständig in Sorge um meine Eltern war, so habe ich diese Sorgen doch gelegentlich tatsächlich mal vergessen können. Daher steht eigentlich für die AnimagiC 2013 für uns schon fest: Wenn wir es irgendwie mit Urlaub einrichten können, sind wir wieder dort!

Sommerfest bei der Quiltmaus in Hamm

Am Samstag hatte die Quiltmaus zu einem quiltigen Sommerfest nach Hamm eingeladen. Ich hatte ja am Freitag noch schnell einen Spendenblock genäht.

Ich bin also mitten in der Nacht (6 Uhr morgens an einem Samstag ist für mich mitten in der Nacht) aufgestanden, da ich um 07:22 schon mit dem Zug unterwegs sein mußte. Noch sehr müde schleppte ich mich also zum Bahnhof und setzte mich in den Zug. 3 Stunden Zugfahrt hatte ich vor mir mit zweimal Umsteigen. Einmal in Köln und dann nochmal in Hamm. Um 10:23 kam der Zug an der Haltestelle Bockum-Hövel an. Von dort hätte ich eigentlich laufen müssen. Aber ein glücklicher Zufall schickte mir ein Taxi. Denn Stefanie Meyer war dort, um eine andere Besucherin abzuholen und so habe ich mich spontan angeschlossen. Zwar wären die 1,5 km an dem schönen, sonnigen Tag nicht so weit gewesen, aber wenn man auch gefahren werden kann, warum dann laufen, gelle?

Das Sommerfest selbst war sehr interessant. Ich kannte zwar niemanden dort, habe aber trotzdem schnell Anschluß gefunden. Es gab eine Vorführung der Firma Coats. Gezeigt wurde, wie man kleine Stoffblumen näht, die man als Deko für alles mögliche verwenden kann. Da hab ich erstmal eine Runde zugeguckt und gestaunt. Das geht ja wirklich einfach und schnell und sieht so schön aus. Die Dame von Coats hatte in der Technik ein Nadelkissen dort, was ich wirklich sehr schön fand. Das werde ich demnächst mal probieren. Ich muss nur erstmal meine Stoffsammlung nach passendem Stoff durchwühlen. Eine Blüte sollte schließlich auch die entsprechenden Farben haben.

Danach hat mich Jennifer dazu animiert, ein Herz zu applizieren. Sie war auch diejenige, die mir das Taxi beschert hat und mit der ich mich später noch sehr nett unterhalten habe. Applizieren ist aber so gar nicht meins. Ich habe vor Jahren mal einen Kurs mit den Zweibrücker Rosenquiltern zusammen gemacht. Dabei habe ich festgestellt, dass es mir zu viel Gefummel ist und das Ergebnis bei mir einfach nicht schön aussieht. Bei den meisten anderen sah es richtig gut aus. Auch meine Freundin Doris ist damit gut zurecht gekommen. Sie appliziert aber auch sehr gerne und hat da einige Dinge genäht, über die ich jedesmal von Neuem staune. Damals habe ich diese Technik für mich abgehakt und mich mehr aufs Nähen mit der Maschine verlegt. Insbesondere die Paper-Piercing-Technik, bei der man das Muster auf Papier vorzeichnet und dann auch auf dieses Papier näht. Dabei werden die Nähte unglaublich exakt. Gerade für Nähanfänger eine einfache Technik, um schnell gute Ergebnisse zu erzielen. Natürlich geht damit nicht alles, da diese Technik natürlich nur mit geraden Nähten arbeitet. Auch Y-Nähte kommen dort nicht zur Anwendung. Allerdings gibt es reichlich Bücher und Anleitungshefte und auch freie Muster im Internet, die ganze Bilder in dieser Technik beschreiben. Bei Gelegenheit stelle ich das mal genauer vor. Aber mal zurück zum Thema. Jennifer hat mir eine Technik gezeigt, von der ich immer mal wieder in diversen Blogs gelesen habe. Nämlich die Technik mit Freezer-Paper. In englisch-sprachigen Blogs liest man darüber öfter. Freezer-Paper ist eigentlich ein Produkt für den Haushalt, wie der Name schon sagt. Aber es ist halbwegs stabil und läßt sich leicht mit dem Bügeleisen auf Stoff bügeln. Jennifer hatte das schonmal vorbereitet. Man schneidet dazu die entsprechende Form, in diesem Fall das Herz, aus dem Papier aus und bügelt es auf den Stoff. Dann schneidet man rundherum den Stoff mit etwas Nahtzugabe aus. Die Nahtzugabe wird dann rumgeheftet. Dann wird das Herz auf den Untergrundstoff geheftet oder mittels Sprühkleber aufgeklebt. Dann kann man das ganze recht einfach festnähen. Man muss nur immer am Rand entlang am Freezer-Paper vorbei festnähen. Man muss keine Nahtzugabe mehr umschlagen und der zu applizierende Stoff verrutscht auch nicht, da er zum einen festgeklebt/-geheftet ist, und zum anderen durch das Papier etwas starrer ist. Ist man fertig mit applizieren, muss man nur noch das Papier auf der Rückseite wieder rausfummeln. Dazu den Stoff natürlich einschneiden. Jennifer schneidet den Untergrundstoff hinter dem applizierten Stoff immer raus, da sie dann beim quilten eine Stoffschicht weniger hat. Das macht natürlich Sinn. Außerdem könnte man den rausgeschnittenen Stoff noch anderweitig verwenden. Diese Technik hat mir ein wenig Mut gemacht. Denn die folgenden beiden Blöcke habe ich im Verlauf des Samstages genäht:

Applizierte Herzen

Im Vergleich zu meinen Versuchen vor einigen Jahren in himmelgroßer Unterschied!

Sicherlich werde ich jetzt nicht anfangen, und eine ganze Decke applizieren. Denn es ist immer noch sehr viel Vorbereitung notwendig. Und auch mein Nähen braucht man sehr viel Geduld und genaues Augenmaß. Aber ich denke, da wo es sich ergibt, werde ich dann vielleicht doch mal etwas applizieren.
Was ich aus den beiden Blöcken mache, weis ich noch nicht. Jennifer meinte, sie würden sich zum Beispiel für Topflappen eignen. Aber dafür finde ich sie zu schade. Vielleicht mit ein paar Paper-Piercing-Herzen ergänzen und einen kleinen Wandbehang draus machen? Oder wage ich mich daran und näh noch zwei weitere Herzblöcke? Diesmal weiße Herzen auf roten Grund? Ein Herz aus Freezer-Paper hat mir Jennifer mitgegeben. Die kann man mehrfach verwenden. Ich könnte das also machen. Naja, ich sammle erstmal noch Ideen.

Für das leibliche Wohl hatte Marita Meyer, die Inhaberin der Quiltmaus, in Form von Kaffee und Kuchen gesorgt. Ein leckeres Stück Apfelstreusel war somit mein Mittagessen.

Nach dem Mittagessen habe ich mich mal im Laden umgesehen. Schließlich wollte ich auch was mitnehmen, wenn ich schonmal vor Ort bin. Auf einem Wühltisch gab es sehr viele Muster- und Restestücke, mit denen man sich kleine Tütchen befüllen konnte. Pro Tüte 9,90 Euro, egal wieviel man in die Tüte bekommt; nur zugehen mußte sie noch. Der Erlös sollte für einen guten Zweck sein. Da wühlt man doch gerne. Lauter tolle Stoffe. Zwischen 1/2 Fat Quarter und 1/2 Meter waren die Stücke groß.

Diese beiden Tüten habe ich gefüllt:

Spendentüten

Spendentüten

Und das ist die Ausbeute ausgebreitet:

Spendentüten Inhalt

Spendentüten Inhalt

Ich habe noch nicht nachgemessen, ob ich damit ein gutes Geschäft gemacht habe. Aber wenn ich bedenke, dass einige der Stoffe wohl 16 Euro pro Meter kosten, denke ich mal, dass ich nicht allzuschlecht weggekommen bin. Und ansonsten war es ja für einen guten Zweck. Ich finde, das war eine tolle Aktion. Im Nachhinein denke ich, ich hätte noch ein drittes Tütchen befüllen sollen. Es gab so viele schöne Stoffe, die sich gerade in der dortigen Größe prima für meine Scrap-Sammlung angeboten hätten. Aber vielleicht gibt es ja nächstes Jahr wieder ein Sommerfest bei der Quiltmaus mit dieser Aktion. Dann werde ich definitiv zuschlagen. Es ist wohl noch eine riesige Menge übrig geblieben, die die Helfer bei meiner Abreise schon wieder fleißig in Kisten gestapelt haben. Und dabei wollte ich den anderen Gästen nicht alles wegkaufen. Aber da hätte ich mir keine Sorgen machen müssen *lol*

Leider habe ich vor lauter Herzen applizieren total vergessen, Fotos vom Sommerfest zu machen. Es hingen nämlich einige sehr schöne Quilts im Garten, die eine wirklich schöne Deko abgegeben haben.

Um halb sechs bin ich dann wieder zurück zum Bahnhof gefahren worden. Ich hab mich da einfach an Jennifer drangehangen, die ihren IC kriegen mußte. Wieder 1,5 km Laufen gespart. Nicht, dass es schlimm gewesen wäre, zu laufen. Aber nach einem ganzen Tag auf so einer Holzbank waren mein Rücken und meine Beine nicht mehr so 100% kooperativ *lol* Um halb neun war ich dann endlich wieder zu Hause.

Alles in allem ein wirklich schöner Tag. Zwar durch die lange Anreise sehr anstrengend, aber ich war froh, dass ich hingefahren bin. Es hat sich wirklich gelohnt. Es hat Spaß gemacht, sich mal was neues zeigen zu lassen und den ganzen Tag nur mit Nähen und Quatschen mit Gleichgesinnten zu verbringen. Wäre die weite und anstrengende Fahrt nicht gewesen, wäre das sogar noch ein entspannender Tag geworden.

Drachenfels

Impressionen vom Drachenfels in Königswinter bei BonnDen Drachenfels kann ich von meiner Wohnung aus sehr gut sehen. Und immer wieder sagen mir Kollegen und Bekannte, dass ich da unbedingt mal raus müßte. Geht ja nicht, dass ich schon über ein Jahr in Bonn wohne und noch nie dort war.

Gestern haben dann Wetter und Motivation gepaßt.

Die Fähre von Bonn-Mehlem nach Königswinter rüber ist nicht weit von meiner Wohnung entfernt. In Königswinter folgt man dann einfach den Schildern. Etwas ungewöhnlich, dass man durch eine sehr enge Straße, großteils einspurig (also Achtung: Gegenverkehr) zur Drachenburgbahn fahren muss. Unter der Autobahn ist der offizielle Parkplatz. Noch ein Stück über den Parkplatz laufen und schon ist man an der Drachenburgbahn.

Läpische 9 Euro soll eine Fahrt kosten. Ist ja fast geschenkt. *ironieaus* Dafür darf man die kurze Fahrt in einer historischen Bahn genießen.

Impressionen vom Drachenfels in Königswinter bei Bonn

Oben angekommen, hat man aber einen traumhaften Ausblick über das Siebengebirge:

Impressionen vom Drachenfels in Königswinter bei Bonn Impressionen vom Drachenfels in Königswinter bei Bonn Impressionen vom Drachenfels in Königswinter bei Bonn

Aber auch rüber nach Bonn kann man gucken. Wie klein doch alles von hier oben wirkt:

Impressionen vom Drachenfels in Königswinter bei Bonn

Hier kann man die Fähranlegestelle erkennen. Und wenn man weis, wo man gucken muss, findet man sogar mein Wohnzimmerfenster.

Und auch die Insel Nonnenwerth kann man hier wunderbar überblicken:

Impressionen vom Drachenfels in Königswinter bei Bonn Impressionen vom Drachenfels in Königswinter bei Bonn

Oben mit maximalem Zoom und unten mit minimalem Zoom.

Die Reste des Drachenfels lassen erahnen, wie sich die Angreifer gefühlt haben müssen, wenn sie diese Festung angreifen wollten:

Impressionen vom Drachenfels in Königswinter bei Bonn

Es geht da verdammt steil hoch. Und man muss noch bedenken, dass damals ja keine Drachenburgbahn bis fast vor die Tür gefahren ist.

Auf halber Strecke liegt Schloß Drachenburg. Hier werden nochmal stolze 6 Euro Eintritt fällig, wenn man sich das Schloß von Nahem angucken will. Aber man muss ja nicht alles haben. Wer sich das aber unbedingt angucken will und auch noch den Reptilienzoo ein Stück weiter runter, dem ist ein Kombiticket sehr zu empfehlen. Ob sich Schloß und Zoo lohnen, kann ich nicht sagen.

Impressionen vom Drachenfels in Königswinter bei Bonn

Schnuckelige Häuser stehen hier:

Impressionen vom Drachenfels in Königswinter bei Bonn

Eins stand sogar zum Verkauf. Aber den Preis will ich nicht wissen, aber das hätte was. Schön im Grünen mit Garten. Nur im Winter dürfte es schwer werden, bei 20% Steigung hier hochzukommen.

Man kann sogar die Skyline von Köln erkennen:

Impressionen vom Drachenfels in Königswinter bei Bonn

Hier mal ein Ausschnitt vergrößert:

Impressionen vom Drachenfels in Königswinter bei Bonn

Na, wer erkennt die Silhouette?

Mein Fazit: Der Drachenfels ist ganz nett. Tolle Aussicht und man kann sehr schöner Bilder machen. Will man sich aber alles angucken, muss man 20 Euro pro Person investieren, was ich ziemlich teuer finde. Ob man ihn unbedingt mal besuchen muss, wenn man hier wohnt, bezweifle ich mittlerweile. Vielleicht, wenn die Aussichtsterrasse fertig ist, an der grad kräftig gebaut wird. Dann kann man sich dort sicher gemütlich zu einem kalten Getränk hinsetzen und dabei die Aussicht genießen. Bis dahin kann man sein Eis oder Getränk nur im Stehen verzehren und dabei Baugerüste bewundern.

Kölner Kreativsommer 2012

Gestern habe ich zum ersten mal den Kölner Kreativsommer besucht. Letztes Jahr hat es nicht geklappt, da ich zu spät davon erfahren habe. Der Kölner Kreativsommer fand rund um das Rheinenergiestation in Köln statt. Also habe ich mich Zug und Straßenbahn von Bonn aus auf den Weg gemacht. Eine Stunde und zwanzig Minuten und 7,10 Euro später treffe ich an der Straßenbahnhaltestelle ein. Ich finde dort aber keinerlei Wegweiser, in welche Richtung denn nun das Stadion sein soll oder der Kölner Kreativsommer. Ich bin also erstmal der Masse nachgelaufen. Die meisten Leute sind alle in eine Richtung losmarschiert. Kann also nicht falsch sein. Da muss irgendwas sein. Und tatsächlich, das war der richtige Weg. Zumindest das Stadion habe ich gefunden. Leider fehlt nach wie vor jeglicher Hinweis darauf, wo dieser Kreativsommer genau sein soll. Auf den Rasenflächen vorm Stadion fand wohl ein Fußballturnier statt. Daher wohl die Menschenmasse. Aber wo ist jetzt der Kreativsommer? Ich guck mich um und finde keinerlei Hinweis. Nur ein Wegweiser zum Stadion. Gut, guck ich da mal.
Ein Schild mit der Aufschrift „Entrance“ (ich grübel immer noch, warum man in Deutschland keine deutschen Schilder benutzt) führt mich dann tatsächlich zur Stadionkasse. Ah, da kann ich auch schon was erkennen, was zum Kreativsommer gehören könnte, ein Stoffstand. Aber erstmal anstellen an der Kasse. Kostenpunkt 5,50 Euro für Erwachsene ohne Ermäßigung. Ermäßigung gibt es nur, wenn man irgendwoher eine Adresskarte bekommen und ausgefüllt hat. Würde mich nicht wundern, wenn einem dann später reichlich Spam per Post, eMail und Telefon erreicht. Dafür spart man dann genau einen Euro beim Eintritt. Kinder kosten 3 Euro oder ermäßigt 2 Euro.
Ok, Eintrittskarte in Form einer Wertmarke gekauft. Die Dinger kenn ich von Stadt- und Dorffesten aus meiner Heimat. Da gibt es auch solche Essensbons oder Getränkebons, die man dann gegen ein Getränk, ein Stück Kuchen oder eine Bratwurst eintauschen kann. Hier wurden sie als Eintrittkarte gebraucht. Sehr ungewöhnlich… So, aber wo geht es jetzt rein? Die „normalen“ Eingangsschranken sind vergittert. Mal gucken, was die anderen machen. Ah, die schleichen durch einen unscheinbaren Nebeneingang. Ich hätte es für einen Notausgang gehalten. Aber immerhin gibt es sogar einen Türsteher, der die Wertmarke entwertet.
Ok, endlich drin, dann mal los. Kamera auspacken und Ideen sammeln und Geld ausgeben.

Impressionen vom Kölner Kreativsommer 2012

Nach den ersten 10 Ständen beschleicht mich das Gefühl, dass sich die weite Fahrt und der hohe Eintrittspreis nicht gelohnt haben. Ein Verkaufsstand am anderen. Zwar eine recht große Auswahl an Perlen und Bastelzeug und auch einige Stoffstände sind dabei, aber das, was ich mir unter dem Titel Kreativsommer vorgestellt habe, ist es nicht. Ich habe bis dahin keinen einzigen Workshop gefunden oder eine Vorführung zu einer Technik. Aber gut, vielleicht ist das hier einfach nur die Verkaufspassage. Gehen wir erstmal komplett rum.

Impressionen vom Kölner Kreativsommer 2012 Impressionen vom Kölner Kreativsommer 2012 Impressionen vom Kölner Kreativsommer 2012

Ich habe nicht mehr Bilder gemacht, denn das waren auch schon die echten Highlights für mich. Wer gerne Schmuck bastelt, der ist mit den ganzen Perlenständen sicher auf seine Kosten gekommen. Alles andere blieb deutlich auf der Strecke. Auch Workshops habe ich vermist. Es gab einen zum Thema Glasmalerei und einen für Kinder zum bemalen von T-Shirts. Mehr ist mir zumindest nicht aufgefallen. Ein wenig dürftig dafür, dass groß damit geworben wird. Auch die Dekoration der Stände war „mickrig“. Die wenigsten waren überhaupt dekoriert. Die Stoffstände, die Deko hatten, haben dazu sehr einfache, in meinen Augen nichtssagende Quilts genommen. Einfache Stoffe, einfaches Muster, schlecht verarbeitet. Die sahen richtig billig aus. Ideen konnte man sich hier also auch keine holen. Kreativ ist anders.
Die mit Abstand schönste Deko hatte meiner Meinung nach der Crepes- und Waffelstand. Der hatte diese Quilts als Deko an die Wand geheftet:

Impressionen vom Kölner Kreativsommer 2012

Ich weis nicht, ob man das auf dem Bild lesen kann. Aber diese Quiltdecken sollten für 45 Euro verkauft werden. Der kleine rechts sogar für weniger. Dabei hat die Decke eine Größe von 2,50mx2,00m laut Schild. Kein Wunder, wenn mich die Leute immer schief angucken, wenn ich was von 150-200 Euro veranschlage nur für Material. Hier werden Quilts regelrecht verramscht und das nichtmal für einen guten Zweck. Dann könnte ich das noch verstehen. Die Waffel, die ich mir an dem Stand gekauft habe, war zwar preislich mit 2,50 Euro ok, geschmacklich aber eine Katastrophe. Hätte ich keinen Hunger gehabt, hätte ich sie nicht gegessen. Total fettig und überhaupt kein typischer Waffelgeschmack.

Trotz allem habe ich natürlich auch was gekauft. Mußte ich ja, sonst wäre das total umsonst gewesen:

Meine Beute vom Kölner Kreativsommer 2012

Meine Einkäufe

Die Stoffe der oberen beiden Reihen sind jeweils Zuschnitte von nem halben Meter. Bei einem Preis von 5 bzw. 6 Euro ein echtes Schnäppchen. Die unteren Stoffe sind normale Fatquarter zu normalen Preisen. Und bis auf den hübsch bunten Stoffe in der mittleren Reihe ganz rechts, wandert alles zu meiner Blausammlung. Ich hab da ja schon ein Muster im Kopf, für das ich viele blau und lila brauch.

Mein Fazit: Ich werde nächstes Jahr definitiv nicht mehr zum Kölner Kreativsommer gehen. Der Spaß hat mich jetzt knapp 20 Euro mit Fahrtkosten gekostet. Alleine schon der Eintrittspreis von 5,50 Euro ist eigentlich eine Unverschämtheit, da es fast eine reine Verkaufsaustellung ist. Ich war vor vielen Jahren mal auf einer Kreativ- und Hobbymesse in Pirmasens. Das war eine kleine Halle, in der die Hälfte mit Eisenbahn und Spielwaren belegt war. Und dort gab es mehr Workshops, mehr zu gucken und wesentlich mehr Ideen. Auch dort hat es Eintritt gekostet (den Preis weis ich leider nicht mehr), aber der hat sich definitiv gelohnt, da es kaum einen Stand gab, wo man nicht mitmachen oder zumindest zugucken konnte. Reichlich neue Ideen gab es dort, mehr als man mitnehmen konnte. So ähnlich habe ich mit den Kölner Kreativsommer auch vorgestellt. Leider wurde ich sehr schwer enttäuscht. Wie gesagt, wer gerne Schmuck bastelt, kam bei den ganzen Perlenangeboten voll auf seine Kosten. Alle anderen Hobbies blieben auf der Strecke. Es ist nicht so, dass es nicht reichlich Stoffstände gegeben hätte, nur dafür brauch ich nicht zum Kölner Kreativsommer zu fahren. Die gibt es auch immer auf dem Tuch & Stoffmarkt, den es auch zweimal im Jahr in Bonn-Bad Godesberg gibt. Und da kostet es keinen Eintritt und ich kann bei schönem Wetter sogar zu Fuß hin. Und an Wolle gab es auch nur ein wenig normale Sockenwolle und ganz neues modernes Schalgarn. Das sieht zwar witzig aus, ist aber so überhaupt nicht mein Fall. Ich mag Schals nur im Winter zum wärmen. Und dafür ist dieses dünne Garn nicht geeignet. Das war es auch schon, was ich zum Thema Stricken gefunden habe. Noch dürftiger als Patchwork also.