h+h cologne 2026: Mein persönlicher Erfahrungsbericht als Strickdesignerin

Die internationale Fachmesse für Handarbeit und Hobby ist jedes Jahr ein Pflichttermin. In diesem h+h cologne 2026 Erfahrungsbericht nehme ich euch mit auf meine Reise durch die Messehallen. Mit vollgepackten Erwartungen und tatkräftiger Unterstützung im Schlepptau habe ich mich ins Getümmel gestürzt, um neue Inspirationen zu sammeln und die neuesten Trends der Branche aufzuspüren. Mein Fazit fällt diesmal jedoch sehr differenziert aus.

Der erste Eindruck: Bunt, aber…

Beim Betreten der Hallen wird man erst einmal von einer schieren Reizüberflutung überwältigt. Stand an Stand, so weit das Auge reicht. Optisch gab es vor allem bei den zahlreichen internationalen Ausstellern ein wahres Feuerwerk an Farben zu bewundern. Knallige Töne, sanfte Pastelle – die Farbpaletten ließen kaum Wünsche offen.

Doch wer mich kennt, weiß, dass mein Blick schnell vom schönen Schein zum Etikett wandert. Und da kam leider oft die Ernüchterung: 100 % Polyacryl oder Polyester.

Modernes Strick-Oberteil auf einer Schneiderpuppe am Messestand der h+h cologne.

Versteht mich nicht falsch: Die Haptik war teilweise überraschend weich und seidig. Aber als Strickdesignerin denke ich sofort an den Tragekomfort und die Langlebigkeit eines fertigen Stücks. In reinem Kunststoff fühlt man sich schnell wie in einer Plastiktüte – man schwitzt, aber es wärmt nicht wirklich. Auch wenn viele der Farben echt schön waren, bleibt für mich die Qualität des Rohstoffs entscheidend. Es war teilweise schwierig, zwischen all dem „Plastik“ die echten Schätze zu finden. Hinzu kam, dass die Kommunikation an vielen ausländischen Ständen aufgrund der Sprachbarriere kaum möglich war – mein Englisch ist leider nicht das beste, und Deutsch wurde oft gar nicht verstanden.

Nahaufnahme eines gestrickten Pullovers aus flauschigem Garn auf der Handarbeitsmesse.

Was ist eigentlich Trend?

Apropos Trends: Mir wurde berichtet, dass Glitzer und Pailletten weiterhin ein großes Thema seien. Das habe ich auch an einigen Ecken gesehen, aber ehrlich gesagt: Das ist einfach nicht mein persönlicher Geschmack. Ich bevorzuge die natürliche Schönheit eines hochwertigen Garns gegenüber künstlichem Funkeln. Daher fiel es mir schwer, wirkliche Innovationen oder bahnbrechende Neuheiten auszumachen, die mich sofort „Wow“ sagen ließen.

Meine persönliche Oase: PRU Yarns

Umso schöner war es, als ich schließlich am Stand von PRU Yarns ankam. Für mich war das wie eine kleine Oase in der Wüste der Industriegarne. Als – soweit ich sehen konnte – einzige Handfärber auf der Messe war dieser Stand wirklich etwas Besonderes.

Modernes Strick-Oberteil auf einer Schneiderpuppe am Messestand der h+h cologne.

Wer PRU Yarns von Wollfesten kennt, weiß, was für ein Trubel dort normalerweise herrscht. Man muss sich oft regelrecht zur Wolle vorkämpfen. Auf der Messe war die Stimmung glücklicherweise entspannter. So konnten wir in aller Ruhe das gesamte Sortiment bewundern und tief in die Farben eintauchen.

Ein kleiner „Chamäleon“-Erfolg

Und genau dort, in dieser entspannten Atmosphäre, passierte ein Moment, der mir ein riesiges Lächeln ins Gesicht zauberte. Während wir am Stand von Ferner Wolle ein Modell auf einer Schneiderpuppe begutachteten, bemerkte meine Begleitung, wie zwei Damen (die sich später als Inhaberinnen eines Wollgeschäfts entpuppten) meinen Chamäleonsweater bewunderten. Der Sweater, gestrickt aus einem Adventskalender von Steffi von ScreamingColours, fiel ihnen sofort ins Auge.

Es kam zu einem richtig netten Austausch. Ich wurde gefragt, was das für Wolle sei, und konnte den beiden Damen sogar zwei meiner Flyer in die Hand drücken. Solche Momente zeigen mir immer wieder, dass handgestrickte Designs einfach auffallen und begeistern – ein schönes Gefühl, wenn die eigene Arbeit als Designerin so direkt wahrgenommen wird!

Fazit & Ausblick

Auch wenn ich mit der Materialwahl vieler Aussteller nicht ganz glücklich war, bin ich mit viel Inspiration nach Hause gefahren. Das Treffen am Stand von PRU Yarns war definitiv mein Highlight, und wir haben dort schon intensiv an einer ganz bestimmten Idee getüftelt… aber ob daraus ein neues Design entsteht? Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden!

Aktuell lässt mich die Idee eines kostenlosen Basisdesigns für einen RVO-Rollkragenpullover aus flauschiger Wolle nicht los. Ich schwebe gedanklich noch zwischen flauschigem Mohair und edlen Alpaka-Mischungen. Welches Garn es am Ende wird, steht noch in den Sternen, aber das „Flausch-Projekt“ ist fest eingeplant!

Eure Silke

Die perfekte Grundausstattung zum Stricken: Was du wirklich brauchst

Es gibt so viel Zubehör: Von High-End-Nadeln bis hin zu Designer-Projekttaschen. Aber was braucht es wirklich, um mit dem Stricken zu beginnen? Diese Frage stellt sich jeder, der das erste Mal zu den Nadeln greifen möchte.

1. Die gute Nachricht: Kein teures Zubehör nötig

Für den Start braucht es eigentlich nur zwei Dinge: Ein Paar Stricknadeln und ein Knäuel Wolle.

  • Mein Einsteiger-Tipp: Schau dich mal beim Discounter deines Vertrauens um. Dort gibt es oft günstige Sets, die Wolle, passende Nadeln und eine Anleitung (meist für Schals oder Socken) enthalten. Perfekt, um ohne großes finanzielles Risiko zu testen, ob Stricken dein neues Hobby wird.

2. Warum man irgendwann zu „Premium-Nadeln“ wechselt

Auch wenn man mit günstigen Alu-Nadeln stricken kann, merkt man schnell Unterschiede. Ich persönlich stricke auf Metallnadeln extrem locker – viel lockerer als auf Holz. Das Maschenbild gefällt mir dann oft nicht.

Set aus Holzstricknadeln und buntem Sockengarn für Anfänger
Set aus Holzstricknadeln und buntem Sockengarn für Anfänger

Vorteile von Holznadeln:

  • Wärme: Sie nehmen die Handwärme angenehmer an. Metall fühlt sich oft lange kalt an.
  • Kein Quietschen: Wenn Hände im Sommer schwitzen, fängt Wolle auf Metall oft an zu quietschen. Bei Holznadeln passiert das (bei mir) viel später oder gar nicht.
  • Griffigkeit: Die Maschen rutschen nicht so unkontrolliert von der Nadel.

Meine Empfehlung: KnitPro Symfonie Nadelspitzenset

3. Die Materialfrage: Kunstfaser vs. Naturfaser

Polyacryl und Polyester sind günstig und super zum Üben, da sie sehr strapazierfähig sind. Wenn man als Anfänger öfter mal „ribbeln“ (aufziehen) muss, verzeiht Kunstfaser das besser.

Ein toller Kompromiss ist Sockengarn (meist 80% Schurwolle, 20% Polyamid). Es ist „superwash“ behandelt, was bedeutet:

  • Es lässt sich super verstricken.
  • Es ist waschmaschinenfest.
  • Es bleibt auch nach mehrmaligem Aufziehen ansehnlich.

4. Kleine Helfer mit großer Wirkung: Maschenmarkierer

Damit du weißt, wo eine Runde endet oder ein Muster beginnt, brauchst du Markierer.

  • Low Budget: Ein einfacher Wollfaden in einer Kontrastfarbe.
  • Praktisch: Diese [Affiliate-Link: Kunststoff-Box mit bunten Markierern] ist günstig und zweckdienlich.
  • Für Liebhaber: Das Sammeln von handgemachten Maschenmarkierern ist fast ein eigenes Hobby! Schau unbedingt mal bei [Affiliate-Link: Etsy-Suche für Maschenmarkierer] vorbei – dort gibt es echte Kunstwerke von kleinen Manufakturen.

5. Scheren und Projektbeutel

Du musst keine teure „Strick-Schere“ kaufen. Eine einfache Bastel- oder Küchenschere tut es am Anfang. Wer es hübscher mag, findet in der Kurzwarenabteilung oft kleine Stickscheren.

  • Tipp: Es gibt sogar Anhänger für Ketten mit integriertem Fadenschneider, die man mit ins Flugzeug nehmen darf!

Und der Transport? Lass dein Projekt am Anfang ruhig auf dem Tisch liegen. Wenn du es aber mitnehmen willst (zum Stricktreff oder ins Strickkino), nimm einen Beutel! Ich habe mir früher oft Nadeln aus dem Strickstück gezogen, wenn ich es einfach so in die Handtasche gestopft habe.

  • Ein einfacher Leinenbeutel (Werbegeschenk) reicht völlig.
  • Wer es professionell mag: Schaut mal bei Nadelmikado vorbei. Ich habe von dort zwei Taschen (für Socken und Pullover) und liebe die Qualität!
Handgenähte Projettaschen von Nadelmikado perfekt geeignet für Strickprojekte
Handgenähte Projettaschen von Nadelmikado perfekt geeignet für Strickprojekte

Mein Fazit

Stricken muss nicht teuer sein, um Spaß zu machen. Fang klein an und investiere erst dann in teures Zubehör, wenn du merkst, was dir wirklich liegt (z.B. Holz statt Metall).

Was war dein erstes Zubehör? Schreib es mir in die Kommentare!